In Österreich ist der Pflegeberuf gesetzlich in drei Stufen gegliedert: Pflegeassistenz (PA), Pflegefachassistenz (PFA) und diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege (DGKP). Sie unterscheiden sich in Ausbildungsdauer, Verantwortung und Tätigkeitsbereich. Dieser Ratgeber gibt dir einen verständlichen Überblick – die genauen Kompetenzen und Ausbildungsstunden regelt das Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG).
Das Wichtigste in Kürze
- Die Pflege in Österreich kennt drei gesetzlich geregelte Stufen: PA, PFA und DGKP.
- Mit steigender Stufe wachsen Ausbildungsumfang, Eigenverantwortung und Tätigkeitsbereich.
- Rechtsgrundlage für alle drei Berufe ist das Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG).
- Ein Aufstieg von PA zu PFA und weiter zur DGKP ist über Anschluss- bzw. Aufbauausbildungen möglich.
Die drei Stufen im Überblick
Das österreichische Pflegesystem unterscheidet drei Berufsbilder, die aufeinander aufbauen. Die Pflegeassistenz (PA) übernimmt grundlegende pflegerische Aufgaben, die Pflegefachassistenz (PFA) einen erweiterten Aufgabenbereich, und die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege (DGKP) trägt die höchste fachliche Verantwortung.
- Pflegeassistenz (PA): grundlegende Pflege, arbeitet angeleitet und unterstützend.
- Pflegefachassistenz (PFA): erweiterter Tätigkeitsbereich, mehr eigenständige Aufgaben.
- Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege (DGKP): eigenverantwortliche Pflege, Pflegeprozess und Anleitung.
Gesetzlich geregelt
Welche Tätigkeiten zu welcher Stufe gehören, ist im GuKG festgelegt. Die genaue Abgrenzung kann sich durch Gesetzesnovellen ändern – prüfe für verbindliche Details immer die aktuelle Fassung.
Pflegeassistenz (PA)
Die Pflegeassistenz ist der Einstieg in den Pflegeberuf. Die Ausbildung ist im Vergleich zu den anderen Stufen am kürzesten und wird an Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege bzw. Pflegeschulen angeboten. PA-Kräfte arbeiten im interdisziplinären Team und unterstützen bei der Grundpflege.
Zum Tätigkeitsbereich zählen typischerweise die Unterstützung bei der Körperpflege, Mobilisation und Ernährung sowie die Beobachtung des Gesundheitszustands. Bestimmte Aufgaben werden angeleitet oder in Zusammenarbeit mit höher qualifizierten Kräften ausgeführt.
Guter Einstiegspunkt
Die PA-Ausbildung ist oft der schnellste Weg in die Pflege und eine solide Basis, um später zur PFA oder DGKP aufzusteigen.
Pflegefachassistenz (PFA)
Die Pflegefachassistenz baut auf der PA auf und umfasst eine längere, umfangreichere Ausbildung. PFA-Kräfte übernehmen einen erweiterten Tätigkeitsbereich und dürfen bestimmte Aufgaben eigenständiger ausführen als die Pflegeassistenz.
Dazu können – je nach gesetzlicher Regelung und ärztlicher bzw. pflegerischer Anordnung – etwa die Durchführung standardisierter Pflegemaßnahmen, die Mitwirkung bei Diagnostik und Therapie sowie die eigenständige Dokumentation gehören. Der genaue Rahmen ergibt sich aus dem GuKG.
Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege (DGKP)
Die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege ist die höchste der drei Stufen. Die Ausbildung erfolgt heute überwiegend als Bachelorstudium an Fachhochschulen; früher wurde sie an Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege im Diplomweg absolviert.
DGKP tragen die eigenverantwortliche Verantwortung für den Pflegeprozess: Sie erheben den Pflegebedarf, planen, führen durch und evaluieren die Pflege. Zusätzlich leiten sie PA- und PFA-Kräfte an und übernehmen Aufgaben im mitverantwortlichen und interdisziplinären Bereich.
Höchste Verantwortung
Die DGKP ist der zentrale Beruf im Pflegeprozess. Der genaue Kompetenzumfang – etwa im mitverantwortlichen Tätigkeitsbereich – ist im GuKG detailliert geregelt.
Welche Stufe passt – und wie steigt man auf?
Welche Qualifikation für dich passt, hängt von deinen Zielen, deiner verfügbaren Zeit und deiner Vorbildung ab. Viele beginnen mit der PA und bauen später auf. Der Weg nach oben ist bewusst durchlässig gestaltet.
- 1
Einstieg über die PA
Die kürzeste Ausbildung, ideal für einen raschen Berufseinstieg und erste Praxiserfahrung.
- 2
Aufbau zur PFA
Über eine Anschluss- oder Aufbauausbildung erweiterst du deinen Tätigkeitsbereich.
- 3
Weiter zur DGKP
Mit dem Bachelorstudium (oder anrechenbaren Vorleistungen) erreichst du die höchste Stufe und volle Pflegeverantwortung.
Ohne Gewähr
Ausbildungswege, Anrechnungen und Zugangsvoraussetzungen können sich ändern und je nach Anbieter unterscheiden. Verbindliche Auskünfte geben die Ausbildungseinrichtungen sowie die zuständigen Stellen (z. B. Land, Fachhochschule).
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen PA, PFA und DGKP?
Die drei Stufen unterscheiden sich in Ausbildungsdauer, Eigenverantwortung und Tätigkeitsbereich. Die Pflegeassistenz (PA) übernimmt grundlegende Aufgaben angeleitet, die Pflegefachassistenz (PFA) einen erweiterten Bereich, und die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege (DGKP) trägt die eigenverantwortliche Verantwortung für den Pflegeprozess.
Welche Ausbildung ist die kürzeste?
Die Pflegeassistenz (PA) hat die kürzeste Ausbildung und ist damit oft der schnellste Einstieg in die Pflege. PFA und DGKP dauern länger, weil sie einen größeren Tätigkeits- und Verantwortungsbereich abdecken. Die genaue Dauer regelt das GuKG.
Kann ich von der Pflegeassistenz zur DGKP aufsteigen?
Ja, das österreichische System ist durchlässig. Über Anschluss- bzw. Aufbauausbildungen kannst du von der PA zur PFA und weiter zur DGKP (Bachelorstudium) aufsteigen. Ob und wie viel angerechnet wird, klärst du mit der jeweiligen Ausbildungseinrichtung.
Wo ist der Tätigkeitsbereich der Pflegeberufe geregelt?
Die Aufgaben und Kompetenzen aller drei Pflegeberufe sind im Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG) festgelegt. Da sich die Rechtslage durch Novellen ändern kann, solltest du für verbindliche Details immer die aktuelle Fassung bzw. offizielle Quellen heranziehen.
