Wer als Pflegekraft nach Österreich kommt, möchte oft die Familie mitnehmen oder bald nachholen. Dieser Ratgeber erklärt, wer nachziehen darf, welche Voraussetzungen in der Regel gelten, welche Unterlagen du brauchst und wie der Ablauf grob aussieht – mit dem klaren Hinweis, dass die verbindlichen Regeln bei den offiziellen Stellen liegen.
Das Wichtigste in Kürze
- Als Inhaber:in einer Rot-Weiß-Rot – Karte kannst du in der Regel Ehe- oder eingetragene:n Partner:in und minderjährige Kinder über die "Rot-Weiß-Rot – Karte plus" nachholen.
- EU-/EWR-Bürger:innen und ihre Familien profitieren von der Freizügigkeit und haben meist einen erleichterten Zugang.
- Üblicherweise sind gesichertes Einkommen, eine ausreichend große Wohnung und eine Krankenversicherung nachzuweisen.
- Die Regeln sind streng und ändern sich – verbindlich sind immer die offiziellen Stellen (migration.gv.at, zuständige Behörde).
Wer darf die Familie nachholen?
Als Pflegekraft arbeitest du in Österreich meist mit einer Rot-Weiß-Rot – Karte. Als deren Inhaber:in kannst du in der Regel deine Kernfamilie nachholen: Ehe- oder eingetragene:n Partner:in sowie minderjährige, ledige Kinder. Der passende Aufenthaltstitel für Angehörige ist dabei üblicherweise die "Rot-Weiß-Rot – Karte plus".
EU/EWR vs. Drittstaaten
Bist du EU-/EWR-Bürger:in oder Schweizer:in, gilt für dich und deine Familie meist die Freizügigkeit – der Zugang ist dann in der Regel einfacher. Für Angehörige aus Drittstaaten läuft der Familiennachzug über einen eigenen Aufenthaltstitel.
Welche Voraussetzungen gelten in der Regel?
Beim Familiennachzug wird üblicherweise geprüft, ob die Familie ohne Sozialleistungen leben kann. Das wird qualitativ über drei Bausteine nachgewiesen – die konkreten Beträge und Anforderungen legt die Behörde fest.
- Gesichertes, regelmäßiges Einkommen der Familie
- Eine für die Personenzahl ausreichend große, ortsübliche Unterkunft
- Eine in Österreich gültige Krankenversicherung für alle nachziehenden Personen
- Je nach Fall Deutschkenntnisse der nachziehenden Angehörigen (Nachweis oder Ausnahmen im Einzelfall)
Anforderungen ändern sich
Konkrete Einkommensgrenzen, Fristen und Gebühren sind hier bewusst nicht genannt, weil sie sich regelmäßig ändern. Verlasse dich für verbindliche Werte immer auf offizielle Quellen wie migration.gv.at oder die für dich zuständige Behörde.
Welche Unterlagen brauchst du?
- Reisepässe aller nachziehenden Familienmitglieder
- Heiratsurkunde bzw. Nachweis der eingetragenen Partnerschaft
- Geburtsurkunden der Kinder (und ggf. Nachweis des Sorgerechts)
- Nachweise zu Einkommen, Unterkunft und Krankenversicherung
- Beglaubigte Übersetzungen ins Deutsche
- Beglaubigung der Urkunden (häufig mit Apostille oder diplomatischer Beglaubigung)
Tipp
Kläre früh, ob deine Urkunden eine Apostille brauchen, und lass Übersetzungen von gerichtlich beeideten Übersetzer:innen anfertigen. Das Beschaffen und Beglaubigen von Dokumenten aus dem Herkunftsland dauert oft am längsten.
Der Ablauf und die Dauer
- 1
Voraussetzungen prüfen
Klären, welcher Aufenthaltstitel für die Angehörigen passt und welche Nachweise verlangt werden.
- 2
Unterlagen sammeln
Urkunden im Herkunftsland beschaffen, übersetzen und beglaubigen lassen.
- 3
Antrag einbringen
Den Antrag – je nach Fall bei der österreichischen Vertretungsbehörde im Ausland oder der zuständigen Inlandsbehörde – stellen.
- 4
Prüfung durch die Behörde
Die Behörde prüft Einkommen, Unterkunft, Versicherung und die familiäre Beziehung.
- 5
Aufenthaltstitel & Einreise
Nach positiver Erledigung erhält die Familie den Aufenthaltstitel und kann einreisen bzw. sich anmelden.
Wie lange der Familiennachzug dauert, hängt stark vom Herkunftsland, der Vollständigkeit der Unterlagen und der Auslastung der Behörde ab. Plane realistisch mehrere Monate ein und beginne früh mit dem Beschaffen der Dokumente. Konkrete Bearbeitungsfristen erfragst du am besten direkt bei der zuständigen Stelle.
Als Familie in Österreich ankommen
Ist die Familie da, geht es um das gute Ankommen. Kinder haben in Österreich Schulpflicht; für kleinere Kinder gibt es Kinderbetreuung und Kindergärten. Deutschkurse helfen Partner:in und Kindern beim Einleben, und viele Gemeinden bieten Beratungs- und Integrationsangebote.
- Schul- oder Kindergartenplatz frühzeitig in der Wohngemeinde erfragen
- Deutschkurse für Partner:in und Kinder einplanen
- Anmeldung (Meldezettel) und Krankenversicherung für alle Familienmitglieder klären
- Beratungsstellen und lokale Integrationsangebote nutzen
Gut zu wissen
Sprich das Thema Familiennachzug früh mit deinem Arbeitgeber oder deiner Agentur an – ein sicheres Arbeitsverhältnis und eine passende Wohnung erleichtern den Nachweis von Einkommen und Unterkunft erheblich.
Häufige Fragen
Wen darf ich als Pflegekraft nach Österreich nachholen?
In der Regel deine Kernfamilie: Ehe- oder eingetragene:n Partner:in und minderjährige, ledige Kinder. Für weitere Angehörige gelten strengere Voraussetzungen. Wer im Einzelfall nachziehen darf, entscheidet die zuständige Behörde.
Welche Voraussetzungen muss ich für den Familiennachzug erfüllen?
Üblicherweise musst du ein gesichertes Einkommen, eine ausreichend große Unterkunft und eine Krankenversicherung für die Familie nachweisen. Die genauen Werte legen die offiziellen Stellen fest und können sich ändern.
Dürfen mein:e Partner:in und Kinder in Österreich arbeiten oder zur Schule gehen?
Für Kinder besteht Schulpflicht, ein Schulbesuch ist also möglich und vorgesehen. Ob und in welchem Umfang dein:e Partner:in arbeiten darf, hängt vom erteilten Aufenthaltstitel ab – das klärst du am besten mit der zuständigen Behörde.
Wie lange dauert der Familiennachzug?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Die Dauer hängt vom Herkunftsland, der Vollständigkeit der Unterlagen und der Behörde ab; plane realistisch mehrere Monate ein. Verbindliche Fristen nennt dir die zuständige Stelle.
