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Gehalt in der Pflege in Österreich: Was du verdienst und warum

6 Min. LesezeitAktualisiert am 2026-07-06
Gehalt in der Pflege in Österreich: Was du verdienst und warum

Was du in der Pflege in Österreich verdienst, hängt von mehr ab als vom Berufsbild allein: Bundesland, Träger, Berufserfahrung und Zulagen spielen eine große Rolle. Dieser Ratgeber erklärt, wie das Gehalt aufgebaut ist, was es beeinflusst und wie du Angebote fair vergleichst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Grundgehalt richtet sich fast immer nach einem Kollektivvertrag und einem Gehaltsschema mit Stufen.
  • In Österreich sind 14 Gehälter pro Jahr üblich (13. und 14. Gehalt als Urlaubs- und Weihnachtsgeld).
  • Zulagen für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste können den Verdienst spürbar erhöhen.
  • Konkrete Zahlen unterscheiden sich stark nach Bundesland und Träger – verbindlich ist immer der jeweilige Kollektivvertrag.

Berufsbilder und wie das Gehalt aufgebaut ist

In der österreichischen Pflege gibt es drei zentrale Qualifikationsstufen mit unterschiedlichem Aufgaben- und Verantwortungsumfang – und damit auch unterschiedlichem Gehalt.

  • Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege (DGKP): gehobener Dienst mit eigenverantwortlichen Tätigkeiten – die höchste der drei Stufen.
  • Pflegefachassistenz (PFA): erweiterte Assistenz, mehr Kompetenzen als die Pflegeassistenz.
  • Pflegeassistenz (PA): grundlegende pflegerische Tätigkeiten unter Anleitung.

Das Grundgehalt wird in aller Regel nicht frei verhandelt, sondern folgt einem Kollektivvertrag (KV) und einem darin festgelegten Gehaltsschema. Das Schema ordnet dich nach Beruf und Erfahrung in eine Verwendungs- und Gehaltsstufe ein.

Was ist ein Kollektivvertrag?

Ein Kollektivvertrag ist eine verbindliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite. Er legt Mindestgehälter, Stufen, Zulagen und weitere Bedingungen fest. Welcher KV gilt, hängt vom Träger und vom Bundesland ab.

Was das Gehalt beeinflusst

Zwei Pflegekräfte mit demselben Diplom können unterschiedlich verdienen. Diese Faktoren machen den Unterschied:

  • Bundesland: Gehaltsschemata und Zulagen unterscheiden sich zwischen den Bundesländern.
  • Träger / Arbeitgeber: öffentlich (Land, Gemeinde, Spitalsträger), kirchlich/gemeinnützig (z. B. Caritas, Diakonie) oder privat – jeweils oft mit eigenem Kollektivvertrag.
  • Berufserfahrung: mit den Jahren steigst du im Gehaltsschema in höhere Stufen auf (Vorrückung).
  • Qualifikation und Spezialisierung: Zusatzausbildungen, Sonderbereiche (z. B. Intensiv, OP, Anästhesie) oder Leitungsfunktionen können das Gehalt erhöhen.
  • Anrechnung von Vordienstzeiten: bereits geleistete einschlägige Berufsjahre können ganz oder teilweise angerechnet werden.

Tipp für Bewerber:innen aus dem Ausland

Frage aktiv nach der Anrechnung deiner Vordienstzeiten. Ob und wie viele deiner bisherigen Berufsjahre angerechnet werden, kann deine Einstufung – und damit dein Gehalt von Anfang an – deutlich beeinflussen.

Zulagen und 14 Gehälter im Jahr

Über das Grundgehalt hinaus gibt es in der Pflege eine Reihe von Zulagen, die den tatsächlichen Verdienst erhöhen – besonders im Schicht- und Wochenenddienst.

  • Nachtdienstzulage für Dienste in der Nacht.
  • Sonn-, Feiertags- und Wochenendzuschläge.
  • Erschwernis-, Gefahren- oder Schmutzzulagen je nach Tätigkeit und Bereich.
  • Zulagen für bestimmte Funktionen oder Spezialbereiche.

14 Gehälter sind in Österreich üblich

In Österreich ist es Standard, 14 Gehälter pro Jahr zu bekommen: zusätzlich zu den zwölf Monatsgehältern ein 13. (Urlaubsgeld) und ein 14. (Weihnachtsgeld). Diese Sonderzahlungen werden steuerlich begünstigt behandelt. Rechne ein Monatsgehalt daher nie einfach mal zwölf, wenn du das Jahresgehalt abschätzen willst.

Brutto und netto: Was am Ende übrig bleibt

Angegebene Gehälter sind fast immer Bruttowerte. Vom Bruttogehalt gehen Sozialversicherung und Lohnsteuer ab – was übrig bleibt, ist dein Nettogehalt, also das Geld auf deinem Konto.

  • Sozialversicherung: Beiträge für Kranken-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung.
  • Lohnsteuer: steigt mit der Höhe des Einkommens (progressiv); niedrige Einkommen zahlen wenig bis keine Steuer.
  • Das 13. und 14. Gehalt wird steuerlich günstiger behandelt als das laufende Monatsgehalt.

Zahlen sind nur eine Orientierung

Alle Beträge und Beispiele in diesem Ratgeber sind grobe Orientierungswerte, keine Zusagen. Was du tatsächlich verdienst, ergibt sich aus dem jeweils geltenden Kollektivvertrag, deiner Einstufung und deinem Arbeitgeber. Verbindlich ist immer der konkrete Kollektivvertrag bzw. dein Dienstvertrag.

Gehaltsentwicklung und Angebote vergleichen

Das Gehalt in der Pflege ist nicht statisch: Mit Berufsjahren, Zusatzausbildungen und Verantwortung steigt es. Wer Angebote vergleicht, sollte nicht nur auf das Grundgehalt schauen.

  1. 1

    Kollektivvertrag klären

    Frag nach, welcher KV gilt und in welche Stufe du eingestuft würdest.

  2. 2

    Vordienstzeiten prüfen

    Lass klären, wie viele deiner bisherigen Berufsjahre angerechnet werden.

  3. 3

    Zulagen einrechnen

    Berücksichtige Nacht-, Wochenend- und Feiertagszuschläge – sie machen bei Schichtarbeit viel aus.

  4. 4

    Jahresgehalt betrachten

    Rechne mit 14 Gehältern und vergleiche das Jahresbrutto, nicht nur das Monatsgehalt.

  5. 5

    Gesamtpaket bewerten

    Beziehe Fort- und Weiterbildung, Dienstplan, Betriebsklima und Zusatzleistungen mit ein.

Vergleiche das Jahresbrutto

Ein höheres Monatsgrundgehalt ist nicht automatisch das bessere Angebot. Erst mit Zulagen, Einstufung und den 14 Gehältern zusammen entsteht ein fairer Vergleich.

Häufige Fragen

Verdient man als DGKP mehr als in der Pflegeassistenz?

In der Regel ja: Die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege hat den größten Verantwortungsbereich und ist im Gehaltsschema höher eingestuft als Pflegefach- und Pflegeassistenz. Die genaue Höhe hängt vom Kollektivvertrag und der Einstufung ab.

Was bedeutet 14 Gehälter im Jahr?

In Österreich ist es üblich, neben den zwölf Monatsgehältern ein 13. und ein 14. Gehalt (Urlaubs- und Weihnachtsgeld) zu bekommen. Diese Sonderzahlungen werden steuerlich begünstigt.

Warum unterscheiden sich Gehaltsangaben so stark?

Weil Bundesland, Träger, Berufserfahrung, Anrechnung von Vordienstzeiten und Zulagen den Verdienst stark beeinflussen. Verbindlich ist immer der jeweils geltende Kollektivvertrag.

Werden meine Berufsjahre aus dem Ausland angerechnet?

Einschlägige Vordienstzeiten können angerechnet werden und deine Einstufung verbessern. Ob und in welchem Umfang, entscheidet der Arbeitgeber nach dem geltenden Kollektivvertrag – frag das im Bewerbungsgespräch aktiv an.

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